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2015: Durchschnittlich

Von einem durchschnittlichen Jahr, das aber bei vielen Betrieben besser als 2014 war, konnte Frank Felten, Vorsitzender des Fachverbandes Gemüsebau im Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe, beim Gemüsebautag in Münster-Wolbeck berichten.

Nach einem schwierigen Frühjahr und Sommer stabilisierten sich die Preise im Herbst und Winter.

Die Saison begann mit zwei Wochen Verzögerung, gefolgt von einem sehr trockenen Frühjahr. Von April bis Juni war die Witterung zu kühl, entsprechend verzögerten sich die Kulturen. Der milde Herbst brachte wieder normale Niederschläge, so dass die Betriebe bis weit in den Winter hinein ernten konnten. Im ersten Halbjahr waren die Preise noch vergleichsweise niedrig, die zweite Hälfte des Jahres wurde dann allerdings „preislich freundlicher“ wie Frank Felten feststellte. „Bedingt durch die milde Witterung hatten wir ein längeres Erntefenster. Die meisten späten Sätze konnten zu relativ guten Preisen verkauft werden. Bei vielen Betrieben war dieses Jahr etwas besser als 2014“, ist seine Erfahrung.

Politische Rahmenbedingungen

Wenn das Wetter im letzten Jahr auch halbwegs mitspielte – die politischen Rahmenbedingungen sorgten bei den Gemüsegärtnern für viel Arbeit. Mit den Anforderungen des Mindestlohngesetzes kommen die Betriebe im Großen und Ganzen zurecht, Sorgen bereitet nach wie vor aber das Arbeitszeitgesetz. „Keine Saison-AK ist mit 48 Stunden im Durchschnitt zufrieden und der Betriebsleiter ebenso wenig“, brachte Felten das Thema auf den Punkt. Bei der Düngeverordnung, die der Gesetzgeber noch in Arbeit hat, geht es den Gemüsegärtnern vor allem darum, Verbesserungen für eine bedarfsgerechte Düngung zu erreichen. Außerdem steht das Thema der Ausbringungsfristen für organische Dünger und Putzabfälle im Winter noch zur Diskussion. Zu diesem Thema engagiert sich der Bundesverband zurzeit sehr intensiv wie Frank Felten seinen zahlreich erschienenen Zuhörern erklärte. Ein weiteres Thema, das allerdings nur auf Landesebene eine Rolle spielt, ist das neue Naturschutzgesetz in NRW. Helmut Rüskamp, Präsident des Landesverbandes, erklärte in seinem Grußwort, dass der Berufsstand vor allem bei den Gewässerschutzrichtlinien Handlungsbedarf sieht. Dort planen die Politiker in Düsseldorf die Mindestabstände zu Gewässern so zu vergrößern, dass Landwirtschaft und Gartenbau in entsprechenden Lagen große Flächen verlieren würden.

Ausblick 2016

„Wir können auf der Erzeugerseite alles unternehmen um die Effizienz zu verbessern, die Bienen zu schützen und die Produktion zu steigern – letztendlich entscheidet sich aber das Wohl oder Unwohl der Erzeuger am Markt mit den dort erzielbaren Preisen. Dem gesamten deutschen Lebensmittelhandel vom Vollsortimenter bis zum Discounter kommt dabei eine große Verantwortung zu“ erklärte Felten. Die Themen Mindestlohn und Pflanzenschutz werden die Gemüsegärtner weiter fordern. Mit der Verschmelzung der beiden Gartenbauverbände im Lande, wird am 22. Juni 2016 der gemeinsame Landesverband Gartenbau NRW entstehen. „Für unseren Fachverband wird das aber keine sehr große Umstellung bedeuten“, erklärte Frank Felten.

Mit verschiedenen Fachvorträgen zu den Bereichen Kulturtechnik, Pflanzenschutz und Arbeitsrecht wurde der Gemüsebautag in Münster-Wolbeck dann abgerundet.

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pfeil nach rechts Frank Felten, Vorsitzender des Fachverbandes Gemüsebau Westfalen-Lippe bei seiner durchwachsenen Bilanz des vergangenen Jahres.

 

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pfeil nach rechts Ein Blumenstrauß als freundliche Begrüßung: Dr. Ellen Richter, die neue Leiterin des Pflanzenschutzamtes bei der Landwirtschaftskammer NRW, Frank Felten und Geschäftsführerin Anke Knaup – von links nach rechts.

 

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pfeil nach rechts Guter Besuch in Münster-Wolbeck beim anspruchsvollen Programm für Gemüsegärtner.

 

pfeil nach rechts Text und Bilder: Christiane James